Katja Brandis Bücher Wiki
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Klappentext[]

Wie können Schiffe einen Sturm überstehen? Kann man rund um die Welt segeln? Wie finden Schiffe ihren Weg über den Ozean? Die Maus ist in See gestochen und hat allerhand Spannendes zu berichten: warum Schiffe schwimmen können, ob Matrosen auch seekrank werden und wie ein Eisbrecher anderen Schiffen den Weg bahnt. Bunte Folien- und Ausklappseiten verraten, wie ein großes Schiff gebaut wird und was in einem Hafen so alles los ist. Welche verschiedenen Schiffe es gibt und was sie auszeichnet, das verrät das große Maus-Poster.

Leseprobe[]

Was ist ein blinder Passagier?[]

Natürlich ist jemand, der nicht sehen kann und eine Seereise macht, währenddessen ein blinder Passagier. Die meisten blinden Passagiere haben aber keine Probleme mit den Augen, sondern wollen nicht, dass andere sie sehen. Als „blinde Passagiere“ bezeichnet man nämlich Leute, die heimlich auf einem Schiff mitfahren, ohne zu bezahlen. Schwarzfahrer des Meeres sozusagen.

Einer der berühmtesten blinden Passagiere war der 18-jährige Engländer Perce Blackborow. Aus Abenteuerlust hatte er sich nach Südamerika durchgeschlagen. Dort wollte er auf der „Endurance“ anheuern und ihre Forschungsreise zum Südpol mitmachen. Doch nur sein Freund wurde eingestellt, er nicht. Also schmuggelte sich Perce mit Hilfe seines Freundes an Bord und versteckte sich in einem Schrank.

Nach drei Tagen, als die „Endurance“ schon ein ganzes Stück gesegelt war, wurde er gefunden. Die Strafpredigt des Kapitäns hatte es in sich, aber das war noch nicht das Schlimmste, was Perce auf dieser Fahrt geschah. Im Oktober 1915 wurde das Schiff vom Eis zerquetscht, und die Besatzung kämpfte monatelang am Südpol ums Überleben, bevor sie heimkehren konnte.

((Große Szene: die „Endurance“ im Eis, die Besatzung hat sie gerade aufgegeben und marschiert nun übers Packeis.))

((Porträtfoto von Perce Blackborow mit Bordkatze. Bildunterschrift: )) Nachdem er entdeckt worden war, begann Perce Blackborow in der Bordküche zu arbeiten. Er bekam von der Besatzung den Spitznamen „Blackie“ und freundete sich mit allen an, auch der Bordkatze Mrs. Chippy.

Heutige blinde Passagiere wagen die Reise selten aus Abenteuerlust, sondern weil sie arm sind und in ihrem Heimatland keine Zukunft für sich sehen. Fast alle sind junge Männer. Nur selten erfüllen sich ihre Hoffnungen. Fast immer werden sie, wenn das Schiff am Zielort angekommen ist, sofort wieder zurückgeschickt – und das gewöhnlich auf Kosten des Schiffsbesitzers. Deshalb tun die Besitzer und Kapitäne alles, um zu verhindern, dass sich jemand an Bord schleicht. Im Hafen darf sich kein Fremder dem Schiff nähern, und bevor es losfährt, durchsucht es die Besatzung von unten bis oben. Und ob die Seeleute nun die Geschichte von Perce Blackborow kennen oder nicht – in den Schränken schauen sie garantiert auch nach!